Flensburg feiert Elf-Tore-Sieg gegen Kiel JACOB CEMENT CUP 2016

Petar Djordjic erzielte sechs Tore gegen den THW Kiel.

Die SG Flensburg-Handewitt hat den Jacob-Cement-Cup für sich entschieden. Im Nordderby besiegte der Gastgeber den THW Kiel deutlich mit 41:30 (19:13). Während den Kielern das Fehlen der Olympia-Fahrer anzumerken war, präsentierte sich Flensburg seinen Fans spielerisch stark und hatte in Kevin Møller den besseren Torwart für sich. Beste Werfer waren Holger Glandorf (9) und Nikola Bilyk (8).

Die SG Flensburg-Handewitt erwischte den besseren Start und lag nach zwei schnellen Treffern von Petar Djordjic und Johannes Krüger mit 2:0 (1.) in Front. Die Flensburger - trotz des schwedischen Ausscheidens weiterhin ohne alle Olympia-Fahrer - begann mit Kevin Møller im Tor und Jacob Heinl am Kreis, während Krüger nach seinem acht Treffern in Kolding auf Linksaußen beginne durfte. Auch die Aufstellung des THW Kiel wies olympiabedingt personelle Lücken auf - Tom Landgraf hütete das Tor, während Sebastian Firnhaber am Kreis auflief und Neuzugang Nikola Bilyk im linken Rückraum stand.

Während die SG mit einem starken Müller als Rückhalt die abwesenden Spieler gut zu ersetzen wusste, fehlte beim THW Kiel die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Die ersten drei THW-Treffer gingen alle auf das Konto von Dener Jaanimaa, der in der 9. Spielminute das 3:6 aus Kieler Sicht erzielte. Ansonsten fanden die Gäste kaum ein Mittel gegen die aggressive Flensburger Deckung um den Mittelblock aus Urgestein Heinl und Anders Zachariassen.

In der Defensive fehlte dem THW zudem die Konsequenz gegen den Flensburger Rückraum, sodass sich sowohl Holger Glandorf als auch Djordjic in die Torschützenliste eintragen konnte. Gingen die Kieler doch mal raus, landete der Ball am Kreis - und sowohl Heinl als auch später Zachariassen ließen sich nicht lange bitten. Zudem nutzte die SG die Kieler Ballverluste, um ihr Tempospiel aufzuziehen. So setzte sich die SG über 8:3 (12.) auf 11:5 (18.) ab.

Mit Møller hatte die SG des Weiteren den stärkeren Keeper auf ihrer Seite. Zwar parierte Landgraf einen Siebenmeter von Johannes Krüger und Bogdan Radivojevic setzte seinen Strafwurf am Tor vorbei, doch insgesamt fehlte dem THW der sichere Rückhalt.

Daran änderte auch der Torwartwechsel nach einer Auszeit in der 12. Minute nichts - Aushilfskeeper Svebor Crnojevic agierte nicht viel glücklicher, sodass das THW-Duo nicht an die Leistung von Møller anknüpfen konnte. Der Däne fing gegen Ende der ersten Halbzeit gar einen Wurf von Blazenko Lackovic.

Nach einer Viertelstunde wechselte auch Vranjes erstmals und brachte Neuzugang Ivan Horvat, der sich kurz darauf bereits in die Torschützenliste eintragen konnte - zuerst traf er von der Siebenmeterlinie gegen Landgraf, dann legte er aus dem Rückraum das 15:9 (25.) nach. Doch auch der THW hatte nun immer wieder schöne Aktionen - gerade über den Kreis: Firnhaber verwandelte zunächst einen Ball sicher, bevor er im folgenden Angriff einen Siebenmeter herausholte, den Ekberg einnetzte.

Die Kieler Tore fielen jedoch selten so leicht wie durch den eingewechselten Marko Vujin, der erst zum 13:9 (23.) und kurz darauf zum 15:10 (26.) traf. Flensburg zeigte sich da deutlich effektiver und konnten ihren Vorsprung so ausbauen. Horvat bediente Zachariassen, der auf 17:11 (28.) erhöhte. Der letzte Treffer vor der Pause ging auf das Konto von Toms Lielais, der zum Halbzeitstand von 19:13 traf.

Nach Wiederanpfiff begegneten sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe, sodass die Differenz zunächst gleich blieb. Besonders Nikola Bilyk konnte auf Seiten der Kieler auf sich aufmerksam machen - drei THW-Treffer nacheinander gingen auf das Konto des jungen Österreichers, der damit auf 18:24 (36.) verkürzte. Die Flensburger hielten mit ihren Toren jedoch gegen und behaupteten so ihren Vorsprung - Glandorf traf unbedrängt aus dem Rückraum zum 29:21 (43.).

Sowohl Ljubomir Vranjes als auch Alfred Gislason wechselten nun durch und probierten verschiedene Aufstellungen aus. Bei Flensburg kam so neben Krüger auch Youngster Marlon Runow zu seinem ersten Treffer - er erzielte das 31:22 (44.). Radivojevic baute die Führung mit einem Doppelpack auf 33:22 (46.) aus. Bei einem Siebenmeter wechselte Vranjes auch im Tor - und Andreas Meyer parierte erst einen Siebenmeter gegen Ekberg und gleich darauf eine weitere Kieler Chance. Hampus Wanne nutzte den Ballgewinn, um per Gegenstoß auf 35:22 (48.) zu erhöhen.

Trotz des deutlichen Vorsprunges ließ Flensburg nicht locker und konnte den Vorsprung so halten. Doch auch die Kieler, bei denen Nachwuchsmann Alexander Williams viel Spielzeit bekam, konnten nun wiederholt treffen. So bot sich den Zuschauern eine muntere Schlussphase, wobei am Ende ein 41:30-Erfolg für die SG stand.

Veröffentlicht am 08.08.2016